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Pflegende Angehörige Statistik: Wer zu Hause pflegt

Marlene Hoffmann · veröffentlicht am 23.09.2026 · zuletzt geprüft am 23.09.2026

Wie viele Menschen Angehörige pflegen, wer sie sind, wie viel Zeit die Pflege kostet und was sie für Beruf, Gesundheit und Rente bedeutet. Mit Quelle und Jahr hinter jeder Zahl.

Der größte Pflegedienst in Deutschland ist die Familie. Über drei Millionen pflegebedürftige Menschen werden ausschließlich von Angehörigen versorgt, ohne dass ein ambulanter Dienst beteiligt ist. Je nach Erhebung pflegen zwischen 1,7 und 7,1 Millionen Menschen einen Angehörigen, und rund sechzig Prozent von ihnen sind Frauen.

Diese Seite sammelt die Zahlen dazu: wie viele Menschen zu Hause gepflegt werden, wer die Pflege übernimmt, wie viel Zeit sie kostet, wie sie sich mit dem Beruf verträgt, wie belastet die Pflegenden sind und was an Absicherung dabei herauskommt. Hinter jeder Zahl steht eine Fußnote, die auf die Quelle am Ende der Seite verweist.

Meine Meinung

Marlene Hoffmann, Redaktion

Die Zahl, an der ich am längsten hängen geblieben bin, ist nicht die größte, sondern die kleinste: Nur gut zwölf Prozent der erwerbstätigen Pflegenden haben je eine der gesetzlichen Pflege-Auszeiten genommen. Gleichzeitig hat fast die Hälfte der Teilzeitkräfte wegen der Pflege ihre Stunden reduziert. Der Anspruch existiert, aber gelebt wird er offenbar über den Arbeitsvertrag, nicht über das Gesetz.

Zweitens die Dauer. Wer heute pflegebedürftig wird, bleibt es im Schnitt siebeneinhalb Jahre. Über pflegende Angehörige wird oft geredet, als ginge es um eine Ausnahmesituation von ein paar Monaten. Die Hälfte der Befragten pflegt seit mehreren Jahren, ein gutes Drittel sogar länger als fünf.

Und der Anteil der Frauen sinkt, langsam, aber messbar: von knapp 63 Prozent vor ein paar Jahren auf gut 60 Prozent heute. Bei den Hauptpflegepersonen liegt er weiter bei fast zwei Dritteln. Das bewegt sich, aber in einem Tempo, das man in Jahrzehnten misst.

Wie viele Menschen zu Hause gepflegt werden

Die häusliche Pflege ist in Deutschland nicht die Ausnahme, sondern der Regelfall. Der weitaus größte Teil der Pflegebedürftigen lebt zu Hause, und ein großer Teil davon wird ausschließlich von Angehörigen versorgt, ganz ohne Pflegedienst. Wie sich die Pflegegrade dieser Menschen verteilen, steht in der Pflegegrad-Statistik.

1. Knapp 5,7 Millionen Menschen sind pflegebedürftig

Zum Jahresende 2023 waren in Deutschland knapp 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig.1

2. 4,9 Millionen von ihnen werden zu Hause versorgt

Im Jahr 2023 wurden rund 4,9 Millionen pflegebedürftige Menschen zu Hause versorgt.2

3. Vier von fünf Pflegebedürftigen leben zu Hause

Gut vier von fünf Pflegebedürftigen in Deutschland wurden im Dezember 2021 zu Hause versorgt.3

4. Über 3,1 Millionen werden allein von Angehörigen gepflegt

Von den zu Hause versorgten Pflegebedürftigen wurden 2023 über 3,1 Millionen ausschließlich durch Angehörige versorgt.4

5. 2015 waren es noch 1,38 Millionen

Nach der Pflegestatistik 2015 wurden 1,38 Millionen Pflegebedürftige ausschließlich durch Angehörige betreut und bezogen dafür Pflegegeld.5

6. Etwas mehr als die Hälfte bezieht nur Pflegegeld

Im Dezember 2021 erhielt etwas mehr als die Hälfte der Pflegebedürftigen ausschließlich Pflegegeld und wurde damit von Angehörigen gepflegt.6

7. 2.693.909 Menschen bezogen ausschließlich Pflegegeld

Im Jahresdurchschnitt 2023 bezogen 2.693.909 Menschen in Deutschland ausschließlich Pflegegeld.7

8. 83 Prozent der zu Hause Gepflegten sind über 60

Von den zu Hause gepflegten Personen waren 2015 insgesamt 83,1 Prozent 60 Jahre oder älter.8

Versorgung der PflegebedürftigenPersonen
pflegebedürftig insgesamt (Ende 2023)5,7 Millionen
davon zu Hause versorgt4,9 Millionen
davon allein durch Angehörige3,1 Millionen
Bezug ausschließlich von Pflegegeld (2023)2.693.909

Wer die Pflege übernimmt

Je nach Erhebung schwankt die Zahl der pflegenden Angehörigen erheblich, weil unterschiedlich gefragt wird: nach der Hauptpflegeperson, nach jeder Form von Unterstützung, nach den letzten zwölf Monaten. Einig sind sich alle Erhebungen darin, wer es überwiegend tut.

9. Rund 7,1 Millionen Menschen pflegen Angehörige

Nach dem Sozio-oekonomischen Panel gab es 2021 rund 7,1 Millionen pflegende Angehörige in Deutschland.9

10. Jeder zehnte Erwachsene hat im letzten Jahr gepflegt

2024 gaben 10,4 Prozent aller Befragten des RKI-Panels an, in den letzten zwölf Monaten eine pflegebedürftige oder schwer erkrankte Person gepflegt zu haben.10

11. Zwei Drittel sind zwischen 20 und 64 Jahre alt

Die befragten pflegenden Angehörigen sind in der Mehrzahl, 67,2 Prozent, zwischen 20 und 64 Jahre alt.11

12. Frauen pflegen deutlich häufiger als Männer

Frauen erbringen mit 12,7 Prozent häufiger Pflege für An- und Zugehörige als Männer mit 7,9 Prozent.12

13. 60,4 Prozent der pflegenden Angehörigen sind Frauen

60,4 Prozent der pflegenden Angehörigen sind weiblich, gegenüber 63,1 Prozent im Jahr 2023 und 62,6 Prozent im Jahr 2019.13

14. Bei den Hauptpflegepersonen sind es 64 Prozent

Mit einem Anteil von je 64 Prozent sind Frauen sowohl bei der Pflege im eigenen Haushalt als auch außerhalb häufiger die Hauptpflegeperson als Männer.14

15. Pflegende sind im Schnitt 54,5 Jahre alt

Pflegende Personen sind mit durchschnittlich 54,5 Jahren etwas älter als Nicht-Pflegende mit 50,1 Jahren.15

16. Wer im eigenen Haushalt pflegt, ist im Schnitt 61

Hauptpflegepersonen sind bei innerhäuslicher Pflege im Schnitt 61 Jahre alt, bei außerhäuslicher Pflege 54 Jahre.16

17. 42 Prozent pflegen Vater oder Mutter

Pflegende Angehörige betreuen vor allem Vater oder Mutter mit 42 Prozent, gefolgt vom Partner oder der Partnerin mit 29 Prozent.17

18. 82 Prozent pflegen Eltern oder den Lebenspartner

In einer Studie mit 1.429 befragten pflegenden Angehörigen pflegten 82 Prozent Eltern oder den Lebenspartner.18

Wie viel Zeit die Pflege kostet

19. Jeder Fünfte pflegt mindestens 30 Stunden pro Woche

Mehr als jede zehnte pflegende Person wendet mindestens 40 Stunden pro Woche für die Pflege auf, jede fünfte, 22,2 Prozent, mindestens 30 Stunden.19

20. Wer 2016 pflegebedürftig wurde, blieb es knapp sechs Jahre

Menschen, die im Jahr 2016 erstmals pflegebedürftig wurden, waren im Schnitt knapp sechs Jahre pflegebedürftig.20

21. Die Hälfte pflegt seit ein bis fünf Jahren

Die Hälfte der Befragten, 50,7 Prozent, pflegt seit ein bis fünf Jahren, ein Drittel, 38,3 Prozent, sogar länger.21

22. Bei den Jahrgängen ab 2022 werden es 7,5 Jahre sein

Bei Menschen, die 2022 pflegebedürftig wurden, wird die Pflegedauer nach Berechnungen des Pflegereports im Durchschnitt bei 7,5 Jahren liegen.22 Wie viel Pflege andere Länder den Familien überlassen, zeigt der Ländervergleich der Pflege.

Wie sich Pflege und Beruf vertragen

Das Pflegezeitgesetz und das Familienpflegezeitgesetz geben pflegenden Beschäftigten einen Anspruch auf Freistellung. Genutzt wird er selten. Deutlich häufiger reduzieren Angehörige einfach ihre Stunden oder geben den Beruf auf.

23. Rund 57 Prozent der pflegenden Angehörigen sind erwerbstätig

In einer Studie mit 1.429 Befragten waren etwa 57 Prozent der pflegenden Angehörigen erwerbstätig.23

24. 45,2 Prozent der Teilzeitkräfte haben wegen der Pflege reduziert

Knapp die Hälfte der teilzeitbeschäftigten Hauptpflegepersonen, 45,2 Prozent, gibt an, die Erwerbstätigkeit wegen der Pflege reduziert zu haben.24

25. Die Pflegezeit dauert höchstens sechs Monate

Die Pflegezeit beträgt für jeden pflegebedürftigen nahen Angehörigen längstens sechs Monate.25

26. Ein Viertel reduziert oder beendet die Berufstätigkeit

Ein Viertel der pflegenden Angehörigen reduziert oder beendet die Berufstätigkeit wegen der Übernahme der Pflege.26

27. Die Familienpflegezeit dauert höchstens 24 Monate

Die Familienpflegezeit dauert längstens 24 Monate, wobei die verringerte Arbeitszeit wöchentlich mindestens 15 Stunden betragen muss.27

FreistellungHöchstdauerMindestarbeitszeit
Pflegezeit6 Monatevollständige Freistellung möglich
Familienpflegezeit24 Monate15 Stunden pro Woche

28. Nur 12,5 Prozent haben je eine Pflege-Auszeit genommen

Lediglich 12,5 Prozent der erwerbstätigen pflegenden Angehörigen nutzten bisher die Möglichkeit mindestens einer gesetzlichen Pflege-Auszeit.28

Wie belastet die Pflegenden sind

29. Fast die Hälfte der Erwerbstätigen ist hochbelastet

Knapp die Hälfte der befragten erwerbstätigen Pflegenden, 46,9 Prozent, ist hochbelastet, gegenüber 38,3 Prozent der Nicht-Erwerbstätigen.29

30. 34,2 Prozent fühlen sich stark oder sehr stark belastet

34,2 Prozent der informell Pflegenden gaben 2024 an, sich durch die Pflege sehr stark oder stark belastet zu fühlen.30

31. In einer Befragung Pflegender waren es sogar 70 Prozent

In einer Studie unter 1.429 pflegenden Angehörigen fühlten sich etwa 70 Prozent der Teilnehmenden in der Pflegesituation stark oder sehr stark belastet.31

32. 30,1 Prozent erleben die Pflege als sehr oder extrem belastend

Im International Health Policy Survey gaben 2023 insgesamt 30,1 Prozent der pflegenden Angehörigen an, die Pflege als sehr oder extrem belastend zu erleben.32

33. Fast die Hälfte nimmt sich als körperlich überlastet wahr

In derselben Studie nahm sich fast die Hälfte der pflegenden Angehörigen als körperlich überlastet wahr.33

34. 42 Prozent halten sich für kränker als Gleichaltrige

42 Prozent der pflegenden Angehörigen schätzen ihren Gesundheitszustand schlechter ein als den von Gleichaltrigen.34

35. Unter den Hochbelasteten pflegt ein Drittel mindestens 30 Stunden

Ein Drittel aller hochbelasteten Befragten, 30,9 Prozent, pflegt mindestens 30 Stunden pro Woche, bei geringbelasteten Pflegenden sind es nur 12,4 Prozent.35

36. 68 Prozent sehen ihre Privatsphäre eingeschränkt

68 Prozent der pflegenden Angehörigen sehen ihre Privatsphäre eingeschränkt.36 Am schwersten wiegt die Pflege bei Demenz, dazu die Zahlen zur Demenz in Deutschland.

Wie viele die Entlastungsangebote nutzen

37. 404.895 Menschen nutzten stundenweise Verhinderungspflege

Im Jahresdurchschnitt 2023 erhielten 404.895 Menschen stundenweise Verhinderungspflege.37

38. 26.286 Menschen nutzten die Kurzzeitpflege

Im Jahresdurchschnitt 2023 nutzten 26.286 Menschen die Kurzzeitpflege.38

Wie die Rente der Pflegenden abgesichert ist

Wer regelmäßig pflegt und daneben höchstens in Teilzeit arbeitet, wird von der Pflegekasse in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert. Das ist der Gegenwert der Pflegearbeit, der überhaupt in einer amtlichen Statistik auftaucht.

39. Rund 1,7 Millionen Pflegende sind rentenversichert

Aktuell sind rund 1,7 Millionen Pflegende, davon rund 85 Prozent Frauen, bei der Deutschen Rentenversicherung versichert.39

40. 2024 waren es 1.663.490 Pflegepersonen

Im Laufe des Jahres 2024 waren 1.663.490 Pflegepersonen in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert.40

41. Der Beitrag liegt zwischen 139,04 und 735,63 Euro im Monat

Die Pflegekasse zahlt für Pflegepersonen Rentenversicherungsbeiträge zwischen 139,04 und 735,63 Euro monatlich.41

42. Zusammen sind das 4,1 Milliarden Euro im Jahr

Im Jahr 2024 zahlten die Pflegekassen rund 4,1 Milliarden Euro an Rentenversicherungsbeiträgen für die Alterssicherung der Pflegepersonen.42

Quellenverzeichnis

  1. 1Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  2. 2Zentrum für Qualität in der Pflege (zqp.de)
  3. 3Bundeszentrale für politische Bildung (bpb.de)
  4. 4Zentrum für Qualität in der Pflege (zqp.de)
  5. 5Deutsches Zentrum für Altersfragen (dza.de)
  6. 6Bundeszentrale für politische Bildung (bpb.de)
  7. 7Bundesministerium für Gesundheit (bundesgesundheitsministerium.de)
  8. 8Deutsches Zentrum für Altersfragen (dza.de)
  9. 9Zentrum für Qualität in der Pflege (zqp.de)
  10. 10Robert Koch-Institut (rki.de)
  11. 11Wissenschaftliches Institut der AOK (wido.de)
  12. 12Robert Koch-Institut (rki.de)
  13. 13Wissenschaftliches Institut der AOK (wido.de)
  14. 14Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (diw.de)
  15. 15Robert Koch-Institut (rki.de)
  16. 16Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (diw.de)
  17. 17Wissenschaftliches Institut der AOK (wido.de)
  18. 18Deutsches Ärzteblatt (aerzteblatt.de)
  19. 19Wissenschaftliches Institut der AOK (wido.de)
  20. 20Barmer (barmer.de)
  21. 21Wissenschaftliches Institut der AOK (wido.de)
  22. 22Barmer (barmer.de)
  23. 23Deutsches Ärzteblatt (aerzteblatt.de)
  24. 24Wissenschaftliches Institut der AOK (wido.de)
  25. 25Pflegezeitgesetz (gesetze-im-internet.de)
  26. 26Wissenschaftliches Institut der AOK (wido.de)
  27. 27Familienpflegezeitgesetz (gesetze-im-internet.de)
  28. 28Wissenschaftliches Institut der AOK (wido.de)
  29. 29Wissenschaftliches Institut der AOK (wido.de)
  30. 30Robert Koch-Institut (rki.de)
  31. 31Zentrum für Qualität in der Pflege (zqp.de)
  32. 32Robert Koch-Institut (rki.de)
  33. 33Zentrum für Qualität in der Pflege (zqp.de)
  34. 34Deutsches Ärzteblatt (aerzteblatt.de)
  35. 35Wissenschaftliches Institut der AOK (wido.de)
  36. 36Deutsches Ärzteblatt (aerzteblatt.de)
  37. 37Bundesministerium für Gesundheit (bundesgesundheitsministerium.de)
  38. 38Bundesministerium für Gesundheit (bundesgesundheitsministerium.de)
  39. 39Deutsche Rentenversicherung (deutsche-rentenversicherung.de)
  40. 40Bundesministerium für Gesundheit (bundesgesundheitsministerium.de)
  41. 41Deutsche Rentenversicherung (deutsche-rentenversicherung.de)
  42. 42Bundesministerium für Gesundheit (bundesgesundheitsministerium.de)

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Marlene Hoffmann , Redaktion

Marlene Hoffmann hat Sozialwissenschaften studiert und arbeitet seit 2018 als Redakteurin für Verbraucherthemen, seit 2023 überwiegend zu Pflege und Sozialrecht. Für diese Seite bereitet sie auf, was im Pflegegradbescheid steht, wie die Begutachtung rechnet und welche Fristen laufen. Grundlage sind das SGB XI, das SGB X und die Begutachtungsrichtlinien, nicht der einzelne Fall.

Sie ist Redakteurin und keine Rechtsanwältin. Die Texte erklären die Regeln allgemein und ersetzen keine Beratung im Einzelfall.