PflegegradWiderspruchBrief

Ratgeber

Pflege im Ländervergleich: Deutschland und das Ausland

Marlene Hoffmann · veröffentlicht am 23.09.2026 · zuletzt geprüft am 23.09.2026

Was Deutschland für Pflege ausgibt, wie viele Menschen versorgt werden und wie das im Vergleich zu den Nachbarländern aussieht. Mit Quelle und Jahr hinter jeder Zahl.

Ob ein Pflegesystem gut ist, lässt sich aus der Nähe schwer beurteilen. Man sieht den Eigenanteil auf der Heimrechnung, den Beitrag auf der Gehaltsabrechnung und die Stunden, die eine Tochter neben ihrer Arbeit aufbringt, aber man sieht nicht, ob das viel oder wenig ist. Der Vergleich mit anderen Ländern liefert diesen Maßstab: Er zeigt, wo Deutschland mehr ausgibt als die meisten, wo es weniger Personal einsetzt und wo es stärker als andere auf die Familie baut.

Diese Seite sammelt die Zahlen, mit denen sich das vergleichen lässt. Jede Zahl steht mit Quelle und Stichjahr da, und wo Länderwerte aus verschiedenen Jahren stammen, steht das Jahr in der Tabelle. Ein Hinweis vorweg: Länder zählen Pflegebedürftigkeit unterschiedlich. Wenn in Deutschland ein höherer Anteil der Älteren Leistungen erhält als in Polen, heißt das zuerst, dass hier mehr Menschen Anspruch haben und ihn geltend machen, nicht dass dort weniger Menschen Hilfe brauchen.

Meine Meinung

Marlene Hoffmann, Redaktion

Der Vergleich hat bei mir eine Erwartung zerlegt. Ich war davon ausgegangen, dass Deutschland beim Geld hinterherhinkt. Das stimmt so nicht: Mit 2,1 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen wir über dem Durchschnitt der Industrieländer, und in absoluten Zahlen arbeiten hier mehr Pflegekräfte als in jedem anderen EU-Land. Der Rückstand zeigt sich woanders, nämlich sobald man die Zahlen auf die Zahl der Älteren umrechnet. Dann kommen auf 100 Menschen ab 65 in Schweden 11,7 Pflegebeschäftigte und bei uns 5,5.

Diese Lücke füllen die Familien. 63 Prozent der Älteren mit Pflegebedarf werden hier von Angehörigen mitversorgt, und im Schnitt der OECD-Länder bekommen rund 60 Prozent überhaupt keinen professionellen Dienst zu sehen. Die niedrigen Personalzahlen und die hohe Zahl der pflegenden Töchter, Söhne und Ehepartner sind nicht zwei Befunde, sondern einer.

Für den einzelnen Fall heißt das wenig Tröstliches und eine praktische Sache. Wenig Tröstliches, weil der Eigenanteil im Heim binnen zwei Jahren um über 500 Euro im Monat gestiegen ist und die Prognosen für den Beitragssatz nach oben zeigen. Praktisch, weil die Leistungen der Pflegeversicherung am Pflegegrad hängen und der Unterschied zwischen Pflegegrad 2 und Pflegegrad 5 im Heim monatlich 1.291 Euro ausmacht. Wer den Bescheid für zu niedrig hält, sollte deshalb innerhalb der Monatsfrist widersprechen.

Wie viel die Länder für Pflege ausgeben

Der übliche Maßstab ist der Anteil der Langzeitpflegeausgaben am Bruttoinlandsprodukt. Deutschland liegt darin über dem Durchschnitt der Industrieländer, aber deutlich unter den Niederlanden und den nordischen Ländern.

1. Im OECD-Durchschnitt gehen 1,8 Prozent der Wirtschaftsleistung in die Pflege

Im Durchschnitt der OECD-Länder wurden 2021 rund 1,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Langzeitpflege aufgewendet.1

Ausgaben für LangzeitpflegeAnteil am BIPJahr
Niederlande3,9 Prozent2018
Deutschland2,1 Prozent2018
OECD-Durchschnitt1,8 Prozent2021
Frankreich (nur ältere Pflegebedürftige)1,6 Prozent2014
Polen und Griechenlandrund 0,5 Prozent oder weniger2021

2. Die deutsche Pflegeversicherung gab 2025 73,8 Milliarden Euro aus

Die Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung erreichten 2025 mit 73,8 Milliarden Euro einen Rekordwert, ein Plus von 8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.2

3. Deutschland kam 2018 auf 2,1 Prozent, 2005 waren es 1,5

In Deutschland stiegen die Ausgaben für Langzeitpflege von 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2005 auf 2,1 Prozent im Jahr 2018.3

4. Frankreich gab 2014 34,2 Milliarden Euro für die Pflege Älterer aus

Frankreich wandte 2014 für die Versorgung pflegebedürftiger älterer Menschen 34,2 Milliarden Euro auf, das entsprach 1,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.4

5. Die Niederlande liegen bei 3,9 Prozent und damit fast doppelt so hoch

In den Niederlanden stiegen die Ausgaben für Langzeitpflege von 3,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2005 auf 3,9 Prozent im Jahr 2018.5

6. Die niederländischen Ausgaben stiegen 2024 auf 28 Milliarden Euro

Die Ausgaben nach dem niederländischen Langzeitpflegegesetz Wlz stiegen von 25,3 Milliarden Euro im Jahr 2023 auf 28 Milliarden Euro im Jahr 2024, ein Plus von elf Prozent.6

7. Zwischen den Ländern liegt der Faktor sechs

Die Niederlande und die nordischen Länder gaben 2021 mehr als 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Langzeitpflege aus, Polen und Griechenland dagegen rund 0,5 Prozent oder weniger.7

8. Österreich zahlte 2025 3,63 Milliarden Euro Bundespflegegeld

Die Ausgaben für das Bundespflegegeld in Österreich beliefen sich 2025 auf 3,63 Milliarden Euro, ein Plus von 6,0 Prozent gegenüber 2024.8

9. Deutschland gehört zur Gruppe zwischen zwei und zweieinhalb Prozent

Die Schweiz, Frankreich, Japan und Deutschland gehörten 2018 zu einer Ländergruppe, die zwischen 2 und 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Langzeitpflege aufwendete.9

10. Deutschlands Pflegeausgaben stiegen 2024 um 11,3 Prozent

Die Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung stiegen 2024 um 11,3 Prozent oder 6,5 Milliarden Euro auf 64,7 Milliarden Euro. Das war der stärkste Anstieg unter allen Ausgabenträgern der Gesundheitsausgaben.10

Wie viele Menschen überhaupt Pflege bekommen

Wie viele Ältere als pflegebedürftig gelten, hängt weniger von der Gesundheit ab als von den Regeln des jeweiligen Landes. Deutschland gehört zu den Ländern mit dem weitesten Zugang, seit der Pflegebedürftigkeitsbegriff 2017 auch geistige Einschränkungen erfasst.

11. In Deutschland sind knapp 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig

Im Dezember 2023 waren in Deutschland knapp 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig.11

12. Im OECD-Schnitt erhalten 11,5 Prozent der Älteren Pflegeleistungen

Im Durchschnitt der OECD-Länder erhielten 2021 rund 11,5 Prozent der Menschen ab 65 Jahren Langzeitpflege.12

13. In Deutschland und der Schweiz ist es jeder Fünfte

In Deutschland und in der Schweiz erhielten 2021 mehr als 20 Prozent der Menschen ab 65 Jahren Langzeitpflege, das ist fast das Doppelte des OECD-Durchschnitts.13

14. Zwei Jahre zuvor waren es noch 5,0 Millionen

Im Dezember 2021 hatte die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland noch bei knapp 5,0 Millionen gelegen.14

15. Die Pflegequote hat sich seit 2003 mehr als verdoppelt

Die Pflegequote über alle Altersgruppen hinweg lag 2023 bei 6,8 Prozent, gegenüber 2,5 Prozent im Jahr 2003.15

16. Ab 90 Jahren sind fast neun von zehn pflegebedürftig

Bei den Hochaltrigen ab 90 Jahren erreichte die Pflegequote 2023 einen Wert von 87,4 Prozent, im Jahr 2003 lag sie noch bei 59,4 Prozent.16

17. In Österreich beziehen gut eine halbe Million Menschen Pflegegeld

Im Jahresdurchschnitt 2025 bezogen in Österreich 501.237 Personen Bundespflegegeld, 2,3 Prozent mehr als im Jahr davor.17

Wo gepflegt wird, zu Hause oder im Heim

Deutschland versorgt seine Pflegebedürftigen ganz überwiegend zu Hause. Bei den Heimplätzen liegt es im europäischen Mittelfeld, weit hinter den Niederlanden und weit vor Polen.

18. 85,9 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt

Von den 5,7 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland wurden zum Stichtag 31. Dezember 2023 rund 4,9 Millionen Personen und damit 85,9 Prozent zu Hause versorgt.18

19. In Deutschland kommen 53,9 Heimplätze auf 1.000 Ältere

In Deutschland standen 2021 je 1.000 Personen ab 65 Jahren 53,9 Plätze in Pflegeeinrichtungen zur Verfügung, in den Niederlanden waren es 73,9 und in Polen 10,7.19

Plätze in Pflegeeinrichtungenje 1.000 Personen ab 65
Niederlande73,9
Schweden63,9
Deutschland53,9
Frankreich47,4
Polen10,7

20. Rund ein Fünftel der Pflegebedürftigen lebt im Heim

Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen machten zum Jahresende 2023 rund ein Fünftel aller Pflegebedürftigen in Deutschland aus.20

21. Schon 2017 wurden drei Viertel der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt

Gut drei Viertel aller Pflegebedürftigen in Deutschland, 76 Prozent oder 2,59 Millionen Menschen, wurden 2017 zu Hause versorgt. Der Anteil ist seither weiter gestiegen.21

22. In der Schweiz pflegten die Spitex-Dienste 2024 rund 424.000 Menschen zu Hause

Die Schweizer Spitex-Dienste leisteten 2024 rund 25,6 Millionen Pflegestunden für etwa 424.000 Klientinnen und Klienten, 10,2 Prozent mehr Stunden als im Jahr davor.22

23. Die Schweizer Pflegeheime waren 2024 zu 94,2 Prozent ausgelastet

Die durchschnittliche Auslastung für Langzeitaufenthalte in Schweizer Alters- und Pflegeheimen lag 2024 bei 94,2 Prozent nach 93 Prozent im Jahr davor, während die Bettenzahl mit 100.955 nahezu unverändert blieb.23

Wie viel die Familien selbst leisten

Die Pflege durch Angehörige ist in keinem Land eine Randerscheinung, aber ihr Gewicht unterscheidet sich. Je weniger ein Land an Diensten und Plätzen bereit hält, desto mehr bleibt an der Familie hängen. Wer in Deutschland diese Arbeit leistet, steht in den Zahlen zu pflegenden Angehörigen.

24. 63 Prozent der Älteren mit Pflegebedarf werden von Angehörigen mitversorgt

In Deutschland erhielten 2021 und 2022 rund 63 Prozent der Personen ab 65 Jahren mit Pflegebedarf informelle Pflege durch Angehörige. In den Niederlanden waren es 71 Prozent, in Schweden 56 und in Polen 53 Prozent.24

Ältere mit Pflegebedarf, die informelle Pflege erhaltenAnteil
Niederlande71 Prozent
Deutschland63 Prozent
Frankreich59 Prozent
Schweden56 Prozent
Polen53 Prozent

25. Rund 60 Prozent erhalten ausschließlich informelle Pflege

Im OECD-Durchschnitt geben rund 60 Prozent der älteren Menschen mit Pflegebedarf an, ausschließlich informelle Pflege zu erhalten, also gar keinen professionellen Dienst in Anspruch zu nehmen. Das ist eine andere Größe als der Anteil derer, die überhaupt informelle Pflege bekommen.25

Wie viele Menschen in der Pflege arbeiten

Hier kippt der Vergleich zuungunsten Deutschlands. Gemessen an der Zahl der Älteren beschäftigt Deutschland weniger Pflegekräfte als die Niederlande und nur halb so viele wie Schweden, obwohl es in absoluten Zahlen das größte Pflegepersonal der EU hat. Wie sich das im deutschen Alltag auswirkt, zeigen die Zahlen zum Pflegekräftemangel.

26. Deutschland hat die meisten praktizierenden Pflegekräfte der EU

Deutschland hatte 2023 mit gut einer Million die höchste Zahl praktizierender Pflegekräfte aller EU-Staaten.26

27. Je 1.000 Einwohner sind es 12,0 gegenüber 8,5 im EU-Schnitt

In Deutschland kommen 12,0 Pflegekräfte auf 1.000 Einwohner und damit mehr als im EU-Durchschnitt von 8,5 je 1.000.27

28. Auf 100 Ältere kommen in Deutschland 5,5 Pflegebeschäftigte

In Deutschland kamen 2021 auf 100 Personen ab 65 Jahren 5,5 Beschäftigte in der Langzeitpflege. In Schweden waren es 11,7, in den Niederlanden 8,2 und in Polen 0,6.28

Beschäftigte in der Langzeitpflegeje 100 Personen ab 65
Schweden11,7
Niederlande8,2
Deutschland5,5
Frankreich2,4
Polen0,6

29. Je 1.000 Einwohner hat Norwegen halb so viele Pflegefachkräfte mehr als Deutschland

In den Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern standen 2018 in Deutschland 6,0 Pflegefachkräfte je 1.000 Einwohner zur Verfügung. Norwegen kam auf 9,1, das Vereinigte Königreich auf 6,2, die Niederlande auf 4,5 und Chile auf 1,0.29

LandPflegefachkräfte je 1.000 Einwohner (2018)
Norwegen9,1
Vereinigtes Königreich6,2
Deutschland6,0
Niederlande4,5
Chile1,0

30. In der deutschen Altenpflege ist fast jede fünfte Kraft aus dem Ausland

Der Anteil ausländischer Beschäftigter in den Altenpflegeberufen lag 2023 bei 18,9 Prozent und damit zwölf Prozentpunkte höher als zehn Jahre zuvor.30

31. Über alle Pflegeberufe kam im Juni 2023 jede sechste Kraft aus dem Ausland

In den Pflegeberufen insgesamt kam im Juni 2023 jede sechste Pflegekraft aus dem Ausland. Das Beschäftigungswachstum in der Pflege wird inzwischen ausschließlich von ausländischen Beschäftigten getragen.31

32. In Japan arbeiteten Anfang 2023 gut 17.000 ausländische Pflegepraktikanten

Im Januar 2023 waren in Japan 17.066 ausländische Praktikantinnen und Praktikanten in der Pflege beschäftigt. Das Land öffnet sich erst seit wenigen Jahren für Pflegekräfte aus dem Ausland.32

Wer die Pflege bezahlt

Deutschland finanziert die Pflege über eine eigene Sozialversicherung mit gedeckelten Leistungsbeträgen. Was darüber hinausgeht, zahlt der Bewohner selbst, und genau dort steigen die Beträge seit Jahren am schnellsten. Was in Deutschland trotzdem am Heimplatz hängen bleibt, rechnet die Statistik zu Pflegekosten und Eigenanteil vor.

33. Der Beitragssatz liegt bei 3,6 Prozent, für Kinderlose bei 4,2

Der allgemeine Beitragssatz zur sozialen Pflegeversicherung liegt bei 3,6 Prozent, für Kinderlose bei 4,2 Prozent.33

34. In Dänemark tragen die Haushalte rund zehn Prozent der Kosten

In Dänemark werden Pflegeleistungen fast ausschließlich über Steuermittel finanziert. Der Anteil, den private Haushalte selbst aufbringen, liegt bei rund zehn Prozent.34

35. Die Pflegeversicherung zahlt im Heim zwischen 805 und 2.096 Euro

Die Pflegeversicherung zahlt für vollstationäre Pflege je nach Pflegegrad monatlich zwischen 805 Euro bei Pflegegrad 2 und 2.096 Euro bei Pflegegrad 5, bei Pflegegrad 1 einen Zuschuss von 131 Euro.35

36. Der Eigenanteil im ersten Heimjahr liegt bei 3.245 Euro im Monat

Die monatliche Eigenbeteiligung für einen Pflegeheimplatz betrug im ersten Aufenthaltsjahr zum 1. Januar 2026 im Bundesdurchschnitt 3.245 Euro, eine Steigerung von 261 Euro oder neun Prozent gegenüber dem Vorjahr.36

Eigenanteil im ersten Heimjahr, Bundesdurchschnittpro Monat
1. Januar 20242.687 Euro
1. Januar 20252.984 Euro
1. Januar 20263.245 Euro

37. Ein Jahr zuvor waren es 2.984 Euro

Der Gesamteigenanteil für einen Heimplatz lag zum 1. Januar 2025 im Bundesdurchschnitt bei 2.984 Euro im ersten Jahr, davon rund 1.496 Euro allein für pflegerische Kosten.37

38. Der Leistungszuschlag steigt mit der Verweildauer auf 75 Prozent

Der Leistungszuschlag der Pflegeversicherung zum pflegebedingten Eigenanteil steigt gestaffelt mit der Verweildauer im Heim: 15 Prozent im ersten Jahr, 30 Prozent nach zwölf Monaten, 50 Prozent nach 24 Monaten und 75 Prozent nach 36 Monaten.38

39. 2023 lag der Eigenanteil noch bei 2.548 Euro

Die Pflegeeigenanteile lagen im Bundesdurchschnitt im ersten Jahr der Heimunterbringung im Juli 2023 bei 2.548 Euro pro Monat.39

40. Zum 1. Januar 2024 waren es 2.687 Euro

Zum 1. Januar 2024 lag der Gesamteigenanteil für einen Heimplatz im Bundesdurchschnitt bei 2.687 Euro im ersten Jahr.40

41. Dänemark finanziert seine Sozialleistungen zu fast 80 Prozent aus Steuern

Dänemark weist einen Steueranteil an der Finanzierung der Sozialleistungen von nahezu 80 Prozent auf. Deutschland finanziert seine Pflege dagegen überwiegend über Beiträge.41

42. In England zahlte 2021/22 gut ein Viertel der Pflegenutzer alles selbst

25,8 Prozent der Menschen, die in England Pflegedienste in der Gemeinde in Anspruch nahmen, finanzierten diese Pflege im Berichtsjahr 2021/22 vollständig selbst.42

43. Japan führte seine Pflegeversicherung erst im Jahr 2000 ein

Die gesetzliche Pflegeversicherung in Japan besteht seit dem Jahr 2000. Seither steigt dort die gesellschaftliche Akzeptanz von Pflege außerhalb der Familie.43

Wie schnell Europa altert

Der Pflegebedarf folgt der Altersstruktur, und die verschiebt sich in ganz Europa in dieselbe Richtung. Die Frage ist weniger, ob der Bedarf wächst, sondern wie viele Erwerbstätige ihm gegenüberstehen.

44. 22 Prozent der EU-Bevölkerung sind 65 oder älter

Zum Stichtag 1. Januar 2025 waren 22,0 Prozent der EU-Bevölkerung 65 Jahre oder älter.44

45. In Deutschland stieg die Zahl der über 80-Jährigen von 1,2 auf 6,1 Millionen

Zwischen 1970 und 2021 stieg die Zahl der 80-Jährigen und Älteren in Deutschland von 1,2 auf 6,1 Millionen.45

46. Bis 2100 soll der Anteil auf 32,5 Prozent steigen

Der Anteil der über 65-Jährigen an der EU-Bevölkerung soll von 22,0 Prozent im Jahr 2025 auf 32,5 Prozent im Jahr 2100 steigen.46

47. 16,4 Millionen Menschen in Deutschland sind 67 oder älter

Die Zahl der Menschen ab 67 Jahren in Deutschland stieg zwischen 1990 und 2021 um 58 Prozent von 10,4 auf 16,4 Millionen.47

48. Der Anteil der über 80-Jährigen in der EU soll sich mehr als verdoppeln

Der Anteil der über 80-Jährigen an der EU-Bevölkerung soll zwischen 2025 und 2100 von 6,2 Prozent auf 15,3 Prozent steigen.48

49. Auf 100 Erwerbsfähige sollen 2070 in der EU 59 Ältere kommen

Der Altenquotient in der EU, also das Verhältnis der über 65-Jährigen zu den 20- bis 64-Jährigen, stieg von rund 29 Prozent im Jahr 2010 auf 36 Prozent im Jahr 2022 und soll bis 2070 auf 59 Prozent klettern.49

50. In Schweden kommen schon heute 36 Ältere auf 100 Erwerbsfähige

In Schweden kamen 2020 knapp 36 Personen im Rentenalter auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter.50

51. In der EU sind von der Lebenszeit rund 63 Jahre gesund

In der EU konnten Neugeborene im Jahr 2023 durchschnittlich 63,3 gesunde Lebensjahre als Frauen und 62,8 gesunde Lebensjahre als Männer erwarten.51

52. Die Lebenserwartung in Deutschland stieg auf 81,1 Jahre

Die Lebenserwartung bei Geburt in Deutschland stieg von 78,3 Jahren im Jahr 2000 auf 81,1 Jahre im Jahr 2020.52

53. In Deutschland sind es 62,5 gesunde Lebensjahre

In Deutschland lag die Zahl der gesunden Lebensjahre bei Geburt 2023 im Durchschnitt beider Geschlechter bei 62,5 Jahren, bei Frauen bei 63,0 und bei Männern bei 62,1 Jahren.53

54. Den höchsten Wert erreichten 2023 die Männer in Malta

Den höchsten Wert bei den gesunden Lebensjahren der Männer verzeichnete 2023 Malta mit 71,7 Jahren.54

55. In Deutschland war 2025 knapp ein Viertel der Bevölkerung 65 oder älter

Der Anteil der Bevölkerung ab 65 Jahren betrug in Deutschland im Jahr 2025 23 Prozent.55

56. Japan hat mit 29,4 Prozent den weltweit höchsten Anteil Älterer

In Japan erreichte der Anteil der Bevölkerung ab 65 Jahren 2025 mit 29,4 Prozent einen historischen Höchststand. Unter 38 verglichenen Ländern ist das der höchste Wert der Welt.56

57. In Dänemark soll der Anteil der Hochaltrigen bis 2039 auf über 8 Prozent steigen

Die Altersgruppe ab 80 Jahren machte in Dänemark zu Beginn des Jahres 2025 5,7 Prozent der Bevölkerung aus. Bis 2039 wird ein Anstieg auf mehr als 8 Prozent erwartet.57

58. Finnland lag Ende 2025 bei 24 Prozent

Von 5.652.881 Einwohnern Finnlands waren Ende 2025 genau 1.347.494 Menschen 65 Jahre oder älter, also 24 Prozent.58

59. Norwegen ist mit 18,4 Prozent eines der jüngsten Länder Europas

Norwegen lag 2023 mit einem Anteil von 18,4 Prozent Menschen ab 65 Jahren deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 21,3 Prozent.59

Was die Prognosen für Deutschland sagen

Die Zahl der Pflegebedürftigen ist zuletzt schneller gewachsen als in allen Vorausberechnungen angenommen. Die folgenden Werte sind deshalb eher die untere Grenze dessen, was zu erwarten ist.

60. Bis 2050 werden 5,3 Millionen Leistungsempfänger erwartet

Die Zahl der Leistungsempfänger der sozialen Pflegeversicherung soll von 3,3 Millionen im Jahr 2017 auf rund 5,3 Millionen im Jahr 2050 steigen, fast 60 Prozent mehr als 2017.60

61. Tatsächlich sind es heute schon 6 Millionen

Die Zahl der Pflegebedürftigen in der sozialen Pflegeversicherung stieg von 2,8 Millionen im Jahr 2015 auf 6 Millionen im Jahr 2025.61

62. Ohne Änderungen steigt der Beitragssatz bis 2045 auf 4,25 Prozent

Ohne Gesetzesänderungen müsste der Beitragssatz zur sozialen Pflegeversicherung bis 2045 von den damals geltenden 3,05 auf 4,25 Prozent steigen.62

Quellenverzeichnis

  1. 1OECD (oecd.org)
  2. 2Verband der Ersatzkassen (vdek.com)
  3. 3OECD (oecd.org)
  4. 4INSEE (Frankreich) (insee.fr)
  5. 5OECD (oecd.org)
  6. 6Centraal Bureau voor de Statistiek (Niederlande) (cbs.nl)
  7. 7OECD (oecd.org)
  8. 8Statistik Austria (statistik.at)
  9. 9OECD (oecd.org)
  10. 10Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  11. 11Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  12. 12OECD (oecd.org)
  13. 13OECD (oecd.org)
  14. 14Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  15. 15Institut Arbeit und Qualifikation (sozialpolitik-aktuell.de)
  16. 16Institut Arbeit und Qualifikation (sozialpolitik-aktuell.de)
  17. 17Statistik Austria (statistik.at)
  18. 18Institut Arbeit und Qualifikation (sozialpolitik-aktuell.de)
  19. 19OECD (oecd.org)
  20. 20Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  21. 21Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  22. 22Bundesamt für Statistik (Schweiz) (admin.ch)
  23. 23Bundesamt für Statistik (Schweiz) (admin.ch)
  24. 24OECD (oecd.org)
  25. 25OECD (oecd.org)
  26. 26Eurostat (ec.europa.eu)
  27. 27OECD und Europäische Kommission (oecd.org)
  28. 28OECD (oecd.org)
  29. 29Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  30. 30Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (iab.de)
  31. 31Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (iab.de)
  32. 32Bundeszentrale für politische Bildung (bpb.de)
  33. 33Verband der Ersatzkassen (vdek.com)
  34. 34AOK (aok.de)
  35. 35Bundesministerium für Gesundheit (bundesgesundheitsministerium.de)
  36. 36Verband der Ersatzkassen (vdek.com)
  37. 37Deutsches Ärzteblatt (aerzteblatt.de)
  38. 38Bundesministerium für Gesundheit (bundesgesundheitsministerium.de)
  39. 39Barmer (barmer.de)
  40. 40Deutsches Ärzteblatt (aerzteblatt.de)
  41. 41Bundeszentrale für politische Bildung (bpb.de)
  42. 42Office for National Statistics (Vereinigtes Königreich) (blog.ons.gov.uk)
  43. 43Bundeszentrale für politische Bildung (bpb.de)
  44. 44Eurostat (ec.europa.eu)
  45. 45Bundeszentrale für politische Bildung (bpb.de)
  46. 46Eurostat (ec.europa.eu)
  47. 47Bundeszentrale für politische Bildung (bpb.de)
  48. 48Eurostat (ec.europa.eu)
  49. 49Europäische Kommission (economy-finance.ec.europa.eu)
  50. 50Statistiska centralbyrån (Schweden) (scb.se)
  51. 51Eurostat (ec.europa.eu)
  52. 52Weltgesundheitsorganisation (eurohealthobservatory.who.int)
  53. 53Eurostat (ec.europa.eu)
  54. 54Eurostat (ec.europa.eu)
  55. 55Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  56. 56Statistikamt Japan (stat.go.jp)
  57. 57Danmarks Statistik (dst.dk)
  58. 58Statistics Finland (stat.fi)
  59. 59Statistisk sentralbyrå (Norwegen) (ssb.no)
  60. 60Bertelsmann Stiftung (bertelsmann-stiftung.de)
  61. 61Verband der Ersatzkassen (vdek.com)
  62. 62Bertelsmann Stiftung (bertelsmann-stiftung.de)

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Marlene Hoffmann , Redaktion

Marlene Hoffmann hat Sozialwissenschaften studiert und arbeitet seit 2018 als Redakteurin für Verbraucherthemen, seit 2023 überwiegend zu Pflege und Sozialrecht. Für diese Seite bereitet sie auf, was im Pflegegradbescheid steht, wie die Begutachtung rechnet und welche Fristen laufen. Grundlage sind das SGB XI, das SGB X und die Begutachtungsrichtlinien, nicht der einzelne Fall.

Sie ist Redakteurin und keine Rechtsanwältin. Die Texte erklären die Regeln allgemein und ersetzen keine Beratung im Einzelfall.