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Pflegekräftemangel Statistik: Zahlen zum Personalmangel

Marlene Hoffmann · veröffentlicht am 23.09.2026 · zuletzt geprüft am 23.09.2026

Wie viele Menschen in der Pflege arbeiten, wie viele Stellen offen sind, wie lange sie unbesetzt bleiben und was die Vorausberechnungen für die nächsten Jahre erwarten. Mit Quelle und Jahr hinter jeder Zahl.

Wie groß ist der Pflegekräftemangel in Deutschland wirklich? Rund 1,8 Millionen Menschen arbeiten in Pflegeberufen, und gleichzeitig ist die Arbeitslosenquote der Pflegefachkräfte mit 1,1 Prozent so niedrig wie in kaum einem anderen Beruf. Wer eine Fachkraft sucht, findet rechnerisch auf 100 Stellen 57 Arbeitslose.

Diese Seite sammelt die Zahlen dahinter: wie viele Menschen in der Pflege arbeiten, wie viele Stellen offen sind, wie schnell der Bedarf wächst, was der Nachwuchs hergibt, wie belastet die Beschäftigten sind und wie Deutschland im europäischen Vergleich dasteht. Hinter jeder Zahl steht eine Fußnote, die auf die Quelle am Ende der Seite verweist.

Meine Meinung

Marlene Hoffmann, Redaktion

Was mich beim Zusammentragen am meisten überrascht hat: Deutschland hat im europäischen Vergleich nicht zu wenige Pflegekräfte, sondern die meisten von allen. Der Mangel entsteht nicht daraus, dass hier weniger Menschen pflegen als anderswo. Er entsteht daraus, dass der Bedarf schneller wächst als jede Personaldecke mitwachsen kann.

Das zweite, was hängen bleibt, ist der Unterschied zwischen Fachkräften und Hilfskräften. Bei den examinierten Fachkräften liegt die Arbeitslosenquote bei gut einem Prozent, bei den Hilfskräften bei über acht. Von einem Pflegemangel in dem Sinne, dass niemand mehr in der Pflege arbeiten will, sind die Zahlen weit entfernt. Es fehlt sehr gezielt die Qualifikation.

Und dann ist da die Teilzeitquote von fast fünfzig Prozent. Über Stellen und Ausbildungszahlen wird viel geredet, über Arbeitsbedingungen weniger. Wenn die Hälfte der Beschäftigten in Teilzeit arbeitet und der Krankenstand in der Altenpflege der höchste aller Mangelberufe ist, dann liegt ein guter Teil der fehlenden Arbeitszeit schon heute bei Menschen, die längst im Beruf sind.

Wie viele Menschen in der Pflege arbeiten

Je nachdem, wer zählt und wen, kommen sehr unterschiedliche Zahlen heraus. Die Bundesagentur für Arbeit zählt sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Pflegeberufen, die Pflegestatistik zählt das Personal in Einrichtungen, und die Krankenhausstatistik zählt den Pflegedienst der Kliniken. Die Zahlen sind deshalb nicht addierbar.

1. Rund 1,8 Millionen Pflegekräfte sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt

Im Jahr 2025 waren in Deutschland rund 1,8 Millionen Pflegekräfte sozialversicherungspflichtig beschäftigt.1

2. In Pflegeheimen arbeiten 817.711 Menschen

Zum Stichtag 15. Dezember 2023 waren in Pflegeheimen 817.711 Beschäftigte tätig, davon 240.963 in Vollzeit.2

3. Die Pflegestatistik zählt 1,26 Millionen Beschäftigte

Für 2023 verzeichnet die Pflegestatistik mehr als 1,26 Millionen Personen, die in der ambulanten und stationären Pflege tätig sind.3

4. In ambulanten Diensten arbeiten 446.425 Menschen

In ambulanten Pflegediensten waren zum 15. Dezember 2023 insgesamt 446.425 Beschäftigte tätig, davon 126.251 in Vollzeit.4

5. In den Kliniken kamen fünf Jahre lang 50.000 Vollzeitstellen dazu

Zwischen 2019 und 2024 stieg die Zahl der festangestellten Vollzeitkräfte im Pflegedienst der Krankenhäuser um mehr als 50.000 auf rund 350.600.5

6. Der Pflegedienst der Krankenhäuser zählt 528.323 Beschäftigte

Zum Jahresende 2023 wurden im Pflegedienst der Krankenhäuser 528.323 Beschäftigte gezählt, 19.034 oder 3,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.6

Beschäftigte nach BereichPersonen
Pflegeheime (15.12.2023)817.711
Pflegedienst der Krankenhäuser (Ende 2023)528.323
ambulante Pflegedienste (15.12.2023)446.425

7. 81 Prozent der Pflegekräfte sind Frauen

Von den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Pflegekräften waren 2025 81 Prozent Frauen und 19 Prozent Männer.7

8. Das Gesundheitswesen ist in zwanzig Jahren um 43 Prozent gewachsen

Zwischen 2000 und 2019 stieg die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen von 4,0 auf 5,7 Millionen, ein Plus von 42,8 Prozent.8

9. Fast die Hälfte arbeitet in Teilzeit

Mit 49 Prozent arbeitete 2025 rund die Hälfte der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Pflegekräfte in Teilzeit.9

Wie viele Einrichtungen es gibt

10. 16.505 Pflegeheime

In Deutschland gab es 2023 insgesamt 16.505 Pflegeheime, davon 11.250 mit vollstationärer Dauerpflege.10

11. Die Zahl der ambulanten Dienste ist um 41 Prozent gestiegen

Von 2005 bis 2023 ist die Anzahl der ambulanten Pflegedienste in Deutschland um rund 41 Prozent gestiegen.11

12. 15.549 ambulante Pflegedienste

Im Jahr 2023 gab es in Deutschland 15.549 ambulante Pflegedienste, einschließlich der ambulanten Betreuungsdienste.12

Wie viele Stellen unbesetzt bleiben

Der Personalmangel zeigt sich weniger in der Zahl der offenen Stellen als in dem Verhältnis von Stellen zu Bewerbern und in den Vermittlungszeiten. Und er trifft Fachkräfte und Hilfskräfte sehr unterschiedlich. Was in diesen Stellen bezahlt wird, steht in der Gehaltsstatistik der Pflege.

13. Rund 31.000 gemeldete Stellen

Im Jahresdurchschnitt 2025 waren rund 31.000 Stellenangebote für Pflegekräfte bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet.13

14. Rund 60.000 Pflegekräfte waren arbeitslos gemeldet

Im Jahresdurchschnitt 2025 waren rund 60.000 Pflegekräfte arbeitslos gemeldet, 5.000 oder 8 Prozent mehr als im Vorjahr.14

15. Auf 100 Stellen für Fachkräfte kommen 57 Arbeitslose

Auf 100 gemeldete Arbeitsstellen für examinierte Pflegefachkräfte kamen 2025 rechnerisch 57 Arbeitslose.15

16. Die Arbeitslosenquote der Fachkräfte liegt bei 1,1 Prozent

Die Arbeitslosenquote für Pflegefachkräfte verblieb 2025 auf einem sehr geringen Stand von 1,1 Prozent.16

17. Bei den Hilfskräften sind es 8,2 Prozent

Die Arbeitslosenquote für pflegerische Hilfskräfte stieg 2025 gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte auf 8,2 Prozent.17

18. Nach 134 Tagen ist die Arbeitslosigkeit vorbei

Fachkräfte in der Pflege beendeten 2025 im Schnitt nach 134 Tagen ihre Arbeitslosigkeit.18

19. Erwartet wird eine Lücke von 100.000 bis 400.000 Kräften

Prognosen zufolge ist binnen zehn bis fünfzehn Jahren mit einer Lücke im Umfang von 100.000 bis 400.000 Pflegekräften zu rechnen.19

Wie schnell der Bedarf wächst

20. Knapp 5,7 Millionen Menschen sind pflegebedürftig

Im Dezember 2023 waren in Deutschland knapp 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes.20

21. Die Zahl der Leistungsbezieher hat sich in zehn Jahren mehr als verdoppelt

Bezogen 2015 noch 2,8 Millionen Menschen Leistungen der sozialen Pflegeversicherung, waren es 2025 bereits 6 Millionen.21

22. Bis 2049 werden 2,15 Millionen Pflegekräfte gebraucht

Der Bedarf an erwerbstätigen Pflegekräften wird ausgehend von 1,62 Millionen im Jahr 2019 voraussichtlich um 33 Prozent auf 2,15 Millionen im Jahr 2049 steigen.22

23. Im ungünstigen Fall fehlen 690.000 Pflegekräfte

In der Status-quo-Variante der Vorausberechnung würde sich die Lücke bis 2049 auf 690.000 fehlende Pflegekräfte ausweiten.23

Bedarf an erwerbstätigen PflegekräftenPersonen
20191,62 Millionen
2049, vorausberechnet2,15 Millionen
Lücke 2049 in der Status-quo-Variante690.000

Wie es um den Nachwuchs steht

24. 22 Prozent der Beschäftigten sind älter als 55

Im Jahr 2025 hatten 22 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Pflegekräfte das 55. Lebensjahr überschritten, ohne die Regelaltersgrenze erreicht zu haben.24

25. So viele Auszubildende wie noch nie

Zum 31. Dezember 2025 befanden sich rund 158.000 Personen in einer Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann, so viele wie noch nie seit Einführung der generalistischen Pflegeausbildung.25

26. Rund zwölf Prozent brechen die Ausbildung ab

Der geschätzte Anteil vorzeitiger Vertragslösungen in der Pflegeausbildung liegt bei rund zwölf Prozent und unterscheidet sich nicht nach Einrichtungsart.26

27. Ein Jahr zuvor waren es 147.100

Zum Jahresende 2024 befanden sich insgesamt 147.100 Personen in einer Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann.27 Woher das Personal inzwischen kommt, zeigen die Zahlen zu ausländischen Pflegekräften.

Wie es den Beschäftigten geht

Der Personalmangel ist nicht nur eine Frage der Stellen, sondern auch eine Frage der Belastung derer, die da sind. Krankenstand und Berufsverbleib sind dafür die belastbarsten Kennzahlen.

28. Die Altenpflege hat den höchsten Krankenstand

Der Krankenstand lag bei versicherten Erwerbstätigen in der Altenpflege 2022 mit 7,0 Prozent am höchsten unter allen Mangelberufen.28

29. Vier von zehn gehen krank zur Arbeit

Vier von zehn Pflegekräften erscheinen einer Studie zufolge häufig trotz Krankheit am Arbeitsplatz.29

30. In der Krankenpflege sind es 6,1 Prozent

Bei Beschäftigten in der Krankenpflege lag der Krankenstand 2022 bei 6,1 Prozent.30

31. 22,8 Fehltage statt 14,5 im Schnitt aller Berufe

Pflegepersonal in Baden-Württemberg fehlte 2025 an durchschnittlich 22,8 Tagen krankheitsbedingt. Über alle Berufe hinweg waren es rund 14,5 Tage.31

32. 74 Prozent schaffen die Arbeit nur unter großer Anstrengung

Drei Viertel der Krankenpflegekräfte geben an, ihre Arbeit mit dem vorhandenen Personal nur unter großen Anstrengungen zu schaffen.32

33. Nach fünf Jahren sind 77 Prozent noch im Beruf

Fünf Jahre nach Abschluss der Ausbildung waren im Durchschnitt noch 77 Prozent der Altenpfleger im Beruf.33

34. In der Altenpflege sagen das 65 Prozent

Auch 65 Prozent der Altenpflegerinnen und Altenpfleger bestätigen, ihre Arbeit nur unter großen Anstrengungen mit dem vorhandenen Personal zu schaffen.34

35. Nach fünfzehn Jahren sind es noch 63 Prozent

Nach zehn Jahren waren noch 64 Prozent der Altenpfleger im Beruf tätig, nach fünfzehn Jahren noch 63 Prozent.35

Was an Personal vorgeschrieben ist

36. 115.000 Vollzeitstellen fehlen nach dem Bemessungsverfahren

Für die vollstationäre Pflege wurde mit dem Personalbemessungsverfahren ursprünglich ein Mehrbedarf von rund 115.000 Vollzeitstellen ermittelt. Dieser Aufbau ist bis heute nicht bewältigt.36

37. Auf der Intensivstation gilt zwei zu eins

Auf Intensivstationen darf seit dem 1. Februar 2021 in der Tagschicht höchstens eine Pflegekraft auf zwei Patienten kommen, in der Nachtschicht höchstens eine auf drei.37

38. Für Pflegegrad 5 sind 0,3842 Stellen vorgesehen

Seit dem 1. Juli 2023 dürfen je Pflegebedürftigem des Pflegegrades 5 höchstens 0,3842 Vollzeitäquivalente an Fachkraftpersonal für eine vollstationäre Pflegeeinrichtung vereinbart werden.38

Wie Deutschland im Vergleich dasteht

Im europäischen Vergleich ist die Personaldecke in Deutschland nicht dünn, sondern überdurchschnittlich. Der Mangel entsteht aus dem Bedarf, nicht aus einer im Ländervergleich geringen Zahl an Pflegekräften. Die ausführliche Gegenüberstellung steht im Ländervergleich der Pflege.

39. 12,0 Pflegekräfte je 1.000 Einwohner

In Deutschland kommen 12,0 Pflegekräfte auf 1.000 Einwohner und damit mehr als im EU-Durchschnitt von 8,5 je 1.000.39

40. Die meisten Pflegekräfte aller EU-Staaten

Deutschland hatte 2023 mit gut einer Million die höchste Zahl praktizierender Pflegekräfte aller EU-Staaten.40

Quellenverzeichnis

  1. 1Statistik der Bundesagentur für Arbeit (statistik.arbeitsagentur.de)
  2. 2Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  3. 3Institut Arbeit und Qualifikation (sozialpolitik-aktuell.de)
  4. 4Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  5. 5Wissenschaftliches Institut der AOK (aok.de)
  6. 6Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  7. 7Statistik der Bundesagentur für Arbeit (statistik.arbeitsagentur.de)
  8. 8Bundeszentrale für politische Bildung (bpb.de)
  9. 9Statistik der Bundesagentur für Arbeit (statistik.arbeitsagentur.de)
  10. 10Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  11. 11Kassenärztliche Bundesvereinigung (kbv.de)
  12. 12Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  13. 13Statistik der Bundesagentur für Arbeit (statistik.arbeitsagentur.de)
  14. 14Statistik der Bundesagentur für Arbeit (statistik.arbeitsagentur.de)
  15. 15Statistik der Bundesagentur für Arbeit (statistik.arbeitsagentur.de)
  16. 16Statistik der Bundesagentur für Arbeit (statistik.arbeitsagentur.de)
  17. 17Statistik der Bundesagentur für Arbeit (statistik.arbeitsagentur.de)
  18. 18Statistik der Bundesagentur für Arbeit (statistik.arbeitsagentur.de)
  19. 19Robert Koch-Institut (rki.de)
  20. 20Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  21. 21Verband der Ersatzkassen (vdek.com)
  22. 22Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  23. 23Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  24. 24Statistik der Bundesagentur für Arbeit (statistik.arbeitsagentur.de)
  25. 25Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  26. 26Bundesinstitut für Berufsbildung (datapool-bibb.bibb.de)
  27. 27Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  28. 28DAK-Gesundheit (caas.content.dak.de)
  29. 29Barmer (barmer.de)
  30. 30DAK-Gesundheit (caas.content.dak.de)
  31. 31Techniker Krankenkasse (tk.de)
  32. 32DAK-Gesundheit (caas.content.dak.de)
  33. 33Deutsches Ärzteblatt (aerzteblatt.de)
  34. 34DAK-Gesundheit (caas.content.dak.de)
  35. 35Deutsches Ärzteblatt (aerzteblatt.de)
  36. 36Deutscher Pflegerat (deutscher-pflegerat.de)
  37. 37Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung (gesetze-im-internet.de)
  38. 38Wissenschaftliche Dienste des Bundestages (bundestag.de)
  39. 39OECD (oecd.org)
  40. 40Eurostat (ec.europa.eu)

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Marlene Hoffmann , Redaktion

Marlene Hoffmann hat Sozialwissenschaften studiert und arbeitet seit 2018 als Redakteurin für Verbraucherthemen, seit 2023 überwiegend zu Pflege und Sozialrecht. Für diese Seite bereitet sie auf, was im Pflegegradbescheid steht, wie die Begutachtung rechnet und welche Fristen laufen. Grundlage sind das SGB XI, das SGB X und die Begutachtungsrichtlinien, nicht der einzelne Fall.

Sie ist Redakteurin und keine Rechtsanwältin. Die Texte erklären die Regeln allgemein und ersetzen keine Beratung im Einzelfall.